Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat am Mittwoch einen Vorschlag für Regelwerke zu Vorhersagemärkten vorgelegt, zeitgleich mit dem Start der Weltmeisterschaft. Die Behörde veröffentlichte die Richtlinien am Freitag im Federal Register, um eine 45-tägige öffentliche Konsultationsphase einzuleiten.
Der Vorschlag legt Standards für Event-Verträge fest, eine Anlageklasse, deren jährliches Handelsvolumen bis 2030 auf 1 Billion US-Dollar geschätzt wird. Die Betroffenen haben die föderale Aufsicht unterschiedlich bewertet. Am Folgetag erklärte CFTC-Vorsitzender Michael Selig im Fox Business, die Behörde werde festlegen, welche Sportprodukte für den nationalen Handel geeignet sind.
Regulatorischer Rahmen und rechtlicher Hintergrund
Die Vorschriften basieren auf dem Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act. Abschnitt 5c(c)(5)(C), die sogenannte Sonderregelung, ermöglicht der CFTC, Verträge im Zusammenhang mit Glücksspiel einzuschränken, wenn sie dem öffentlichen Interesse widersprechen. Der neue Vorschlag führt eine spezifische Definition für Glücksspiel ein.
Während die Regeln Geschäfte über Schiedsrichterentscheidungen und Spielerverletzungen untersagen, bleiben die meisten bestehenden Sport-Event-Verträge zulässig.
Der ehemalige CFTC-Vorsitzende Gary Gensler kritisierte den föderalen Ansatz in einem CNBC-Interview. Er argumentierte, dass die Bundesstaaten und nicht die Bundesregierung Sportwetten regulieren sollten. Gensler sagte während seiner Amtszeit mehr als 40-mal vor dem Kongress aus, merkte jedoch an, dass sich nicht erinnere, dass Sport-Event-Verträge bei der Verabschiedung des Dodd-Frank-Gesetzes diskutiert wurden.
Die CFTC prüft derzeit das öffentliche Feedback zu den vorgeschlagenen Richtlinien. Das Ergebnis wird die langfristige regulatorische Struktur der Vorhersamarkt-Branche bestimmen.