Die österreichische Regierung hat eine umfassende Reform des Glücksspielrechts genehmigt, was die größte regulatorische Überarbeitung in 26 Jahren markiert. Der neue Rahmen beseitigt das Staatsmonopol von Casinos Austria und führt ein offenes Lizenzsystem für Online-Glücksspielanbieter ein.
Lizenzanforderungen und Marktwandel
Unternehmen, die eine Online-Glücksspiellizenz beantragen, müssen ein Mindestkapital von 10 Millionen Euro nachweisen sowie funktionierende Geldwäschebekämpfungsverfahren und Spielerschutzprotokolle vorlegen. Betreiber, die derzeit ohne inländische Lizenz tätig sind, müssen ihre Aktivitäten bis zum 1. Januar 2027 aussetzen, bis der Lizenzierungsprozess abgeschlossen ist.Regulatorische Kontrollen und Spielerschutz
Die Behörden planen die Einführung strengerer Kontrollen gegen nicht lizenzierte Plattformen. Finanzinstitute werden verpflichtet, Transaktionen an nicht autorisierte Betreiber zu blockieren, während Visa und PayPal ihre Dienste für diese Unternehmen beenden müssen. Darüber hinaus werden Website-Einschränkungen durch Cloud-Anbieter und Suchmaschinen durchgesetzt.Die Gesetzgebung führt zudem verpflichtende Spielerschutzmaßnahmen ein, darunter ein zentrales Register für die Selbstsperre, eine Spielsitzgrenze von 90 Minuten und ein Mindestintervall von zwei Sekunden zwischen einzelnen Slot-Spins. Die Einzahlungsgrenzen werden für Spieler im Alter von 18 bis 26 Jahren auf 250 Euro pro Woche und für Personen über 26 Jahre auf 1.680 Euro pro Monat festgelegt.
Der maximale Einsatz an Spielautomaten wird auf 5 Euro reduziert.
Um die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Sektors zu verbessern, beabsichtigt die Regierung, das bestehende Verbot von Jackpot-Preisen aufzuheben. Der vorgeschlagene Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der öffentlichen Konsultation.